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27.07.2020 13:30

Düsseldorf Friedrichstadt

Nordrhein-Westfalen

Wohngebäude zum Teil eingestürzt

Im Stadtteil Friedrichstadt ist es zu einem Teileinsturz eines Gebäudes gekommen. Das Gebäude, welches sich im Rohbau befindet, ist im Hinterhof mit samt einem Gerüst auf einer Höhe von fünf Stockwerken zum Teil eingestürzt. Eine Person wird derzeit noch vermisst. Mehrere Betroffene betreut die Feuerwehr, auch Notfallseelsorger sind im Einsatz. Die Rettungsarbeiten dauern weiter an.

Seit rund zwei Stunden läuft ein Großeinsatz der Feuerwehr an der Luisenstraße. Aus derzeit unerklärter Ursache kam es zu einem Gebäudeeinsturz. Ein auf einer Höhe von fünf Geschossen angesetztem Gerüst, sowie Teile des Gebäudes stürzten in einen Innenhof. Derzeit wird in den Trümmern nach einer vermissten Person gesucht. Dazu müssen die Einsatzkräfte äußerst umsichtig und vorsichtig vorgehen: Das gesamte Gebäude ist einsturzgefährdet. Es kommen unter anderem die Höhenretter sowie die Einsatzkräfte des Bauunfallzuges zum Einsatz. Die Einsatzleitung forderte zur weiteren Suche auch Rettungsspürhunde an.

Eine weitere Person wurde durch den Rettungsdienst bereits in ein Krankenhaus transportiert. Die anwesenden Bauarbeiter und 18 weitere Betroffene, die aus dem Nachbarhaus evakuiert wurden, werden derzeit von Notfallsanitätern und Notfallseelsorgern betreut.

Die Feuerwehr Düsseldorf ist derzeit mit mehr als 50 Einsatzkräften vor Ort und rechnet mit einem mehrstündigen Einsatz. Das THW ist angefordert und unterstützt bei den Rettungsarbeiten. Ebenso ist die Polizei zur Absicherung der Einsatzstelle, das Bauaufsichtsamt sowie die Stadtwerke Düsseldorf in den Einsatz mit eingebunden.

Update 19:45

Im Stadtteil Friedrichstadt ist es zu einem Teileinsturz eines Gebäudes gekommen. Zurzeit wir noch ein 39-jähriger Bauarbeiter vermisst. Aktuell besteht akute Einsturzgefahr des Gebäudes. Ein Bauarbeiter wurde durch die Feuerwehr in ein Krankenhaustransportiert. Zur Rettung des Vermissten müssen personal- und zeitintensive Sicherungs- und Vorbereitungsmaßnahmen eingeleitet werden. Vorsorglich wurden die Nachbargebäude geräumt. 19 der Betroffenen Bewohner werden aktuelle durch die Stadt in Ersatzunterkünfte untergebracht.

Seit den Mittagstunden ist die Feuerwehr Düsseldorf bei einem Einsatz an der Luisenstraße im Einsatz. Aus bislang ungeklärter Ursache kam es dort zu einem Gebäudeeinsturz. Ein über eine Höhe von dreieihalb Geschossen angesetztes Baugerüst, sowie Teile des Gebäudes stürzten in den Innenhof. Derzeit wird in den Trümmern ein 39-jähriger Bauarbeiter vermisst. Aktuell besteht weiterhin Einsturzgefahr des Gebäudes und herrscht dort akute Lebensgefahr. Ein weiterer Bauarbeiter erlitt während des Unfalls einen internistischen Notfall und wurde umgehend durch den Rettungsdienst der Landeshauptstadt in ein Krankenhaus zur weiteren medizinischen Behandlung transportiert. Seine neun Kollegen wurden zunächst von der Feuerwehr vor Ort betreut, konnten mittlerweile aber unverletzt die Einsatzstelle verlassen. Das Gebäude ist zurzeit leerstehend und es finden dort Sanierungsarbeiten statt. Durch Mitarbeiter der Stadtwerke wurde das gesamte Gebäude von der Energiezufuhr getrennt. Vorsorglich räumte die Feuerwehr in Zusammenarbeit mit der Polizei die beiden angrenzenden Gebäude. Von der Räumung sind 23 Bewohner betroffen, von denen zurzeit 19 Menschen durch die Landeshauptstadt in andere Wohnungen untergebracht werden.

Für die weitere Suche des vermissten Bauarbeiters müssen umfangreiche Sicherungs- und Vorbereitungsmaßnahmen eingeleitet werden, diese sich derzeit als personal- und zeitintensiv herausstellen. Da weiterhin akute Einsturzgefahr besteht, müssen die Einsatzkräfte hier sehr besonnen vorgehen. Im Laufe des Einsatzes kam es zu weiteren Bewegungen von Trümmerteilen. Aus diesem Grund hat die Feuerwehr auch den Großbereich um die Lusienstraße vorsorglich durch die Polizei sperren lassen.

Zur Unterstützung hat die Feuerwehr frühzeitig Spezialisten vom städtischen Bauaufsichtsamt, Statiker eines Ingenieurbüros, Fachberater des Technischen Hilfswerkes sowie ein Spezialunternehmen hinzugezogen. Alle Maßnahmen werden in enger Abstimmung mit den Fachleuten durchgeführt. Ziel ist die Bergung der einzelnen Trümmerteile, nach kontinuierlicher Einschätzung der Statik, um den Vermissten zu retten. Diese Arbeiten werden aktuell vorbereitet.

Zurzeit besteht kein Kontakt zu dem Verschütteten, eine erste Eingrenzung des Fundortes konnte in Rücksprache mit den Arbeitskollegen bereits frühzeitig erfolgen.

Weiterhin stehen elf Rettungshunde vom Bundesverband Rettungshunde für eine Suche nach dem Vermissten bereit.

Die Feuerwehr Düsseldorf mit über 70 Einsatzkräften vor. Der Einsatz wird vermutlich noch mehrere Stunden andauern. Wir werden kontinuierlich und bei Lageänderungen aktuell Berichten.

Update 20:12

Die Einsatzstelle stellt sich weiterhin als sehr dynamisch dar. So drohen weitere Teile des Gebäudes einzustürzen. Vorsorglich wird jetzt auch ein Gebäude auf der Rückseite durch die Feuerwehr geräumt. In den Abendstunden meldet sich erneut ein Arbeitskollege des Vermissten bei der Feuerwehreinsatzleitung und berichtet, dass sie einen zweiten Arbeitskollegen vermissen der mit auf der Baustelle anwesend war, sodass die Feuerwehr Düsseldorf aktuelle von zwei Verschütteten ausgehen muss. Parallel dazu ermittelt die Polizei einen eventuellen anderen Aufenthaltsort.

Update 23:40

Die Feuerwehr Düsseldorf sucht weiterhin unter Hochdruck an einer Zugangsmöglichkeit in den eingestürzten Bereich, um die weitere Ortung der Vermisste zu konkretisieren. Ein Gremium bestehend aus Mitarbeitern der Feuerwehr Düsseldorf, des städtischen Bauaufsichtsamts, mehreren Statikern, Fachberater des Technischen Hilfswerks und Fachleute eines Spezialunternehmens ist es gelungen, nach zeitintensiven Vorbereitungsmaßnahmen eine erste Zugangsmöglichkeit in den betroffenen Bereich zu finden. Die besonne und gründliche Vorbereitung ist aufgrund der immer noch akuten Einsturzgefährdung des Gebäudes unabdingbar. Zurzeit verschafft sich die Feuerwehr einen ersten Zugang in den betroffenen Bereich, dazu müssen, neben der Schaffung einer Öffnung, ebenfalls weitere Abstützarbeiten vorgenommen werden, um zu verhindern, dass weitere Bereich nachgeben sowie weitere Bauteile ein- bzw- abstürzen.

Durch die weiterhin dynamische Lage und der weiter herrschenden Einsturzgefahr wurden weiter benachbarte Gebäude durch die Feuerwehr vorsorglich geräumt, sodass weitere 17 Menschen Ihre Wohnung verlassen mussten. Zwölf der 17 Menschen werden ebenfalls durch die Landeshauptstadt in Ausweichquartiere untergebracht. So erhöht sich die Gesamtanzahl der Untergebrachten auf insgesamt 31 Menschen.

Update 10:00

In den frühen Morgenstunden gelang es den Einsatzkräften weitere Trümmer- und Gerüstteile aus dem Einsturzgebiet zu entfernen und sich dem Suchbereich zu nähern, an dem einer der vermissten Arbeiter vermutet wird. Bei diesen Arbeiten wurde einer der vermissten Bauarbeiter im Verlauf des Morgens tot unter den Trümmern gefunden. Eine direkte Bergung des Leichnams ist derzeit nicht möglich, da weiter Einsturzgefahr besteht und die Einsatzleitung zum Schutz des noch weiteren Vermissten äußerst umsichtig vorgehen möchte. Notfallseelsorger und der Notfallpsychologen des Gesundheitsamtes stehen den Angehörigen der Verschütteten in der Nähe zur Einsatzstelle zur Seite. In dieser sehr belastenden Situation informieren diese die Angehörigen fortlaufend über die Rettungsarbeiten und stehen permanent zur Verfügung.

Nachdem die 60 Einsatzkräfte der Feuerwehr an der Einsatzstelle ausgetauscht wurden laufen alle Arbeiten weiter fort. Dabei unterstützen weiter Helferinnen und Helfer des Technischen Hilfswerks und Baufachleute unterstützt. Auch das Bauaufsichtsamt ist ständig mit Mitarbeitern vor Ort. Die Freilegung und das vorsichtige Abtragen der Trümmer- und Gerüstteile werden teils in Handarbeit, teils mit technischem Gerät gemacht. Das abgetragene Material wird in große Mulden gebracht und aus der Einsatzstelle gefahren.

Die gestern bereits evakuierten angrenzenden Gebäude bleiben bis auf weiteres aufgrund der akuten Einsturzgefahr geräumt und dürfen nicht betreten werden. Die Bewohnerinnen und Bewohner wurden durch die Landeshauptstadt untergebracht. Durch das Technische Hilfswerk konnte eine zusätzliche Überwachung und Beurteilung der Statik, ein sogenanntes Einsatzstellen-Sicherungs-System installiert werden. Dazu befestigten Helfer an strategischen Stellen Messpunkte, mit der frühzeitig die Baustruktur beurteilt wird. Dies dient auch zum Schutz der vorgehenden Einsatzkräfte. Die Einsatzbearbeitung wird noch den ganzen Tag und darüber hinaus andauern.

Somit sind Verkehrsbehinderungen in den Straßen Jahn-, Tal, Luisen- und Adersstraße zu berücksichtigen. Der Bereich sollte von allen Verkehrsteilnehmern umfahren werden.

Die Feuerwehr Düsseldorf hat das Bürger- und Gefahrentelefon besetzt. Anfragen von Bewohnerinnen und Bewohner können unter 0211-3889 889 beantwortet werden.

Die Unfallursache ist weiterhin unklar. Die Kriminalpolizei ist vor Ort.

Update 18:45

Über den ganzen Tag hin liefen die Rettungsarbeiten an der Einsatzstelle. Weiterhin bleibt eine Person im Trümmerfeld als vermisst. Nachdem in den frühen Morgenstunden einer der verschütteten Bauarbeiter tot aufgefunden wurde, bleibt die Identität dieser Person weiter unklar. Die Bergung ist aus Sicherheitsgründen weiter nicht möglich. Die Feuerwehr bereitet sich nun auf einen weiteren Nachteinsatz vor und erwartet in Kürze einen 300-Tonnen-Kran um nun das Trümmerfeld nach und nach von oben abzutragen, um weiter nach der zweiten verschütteten Person zu suchen.

Update 11:45

In der Nacht konnten weitere Sicherheitsmnaßnahmen erfolgreich durchgeführt werden. Es sind große Bauteile, die abzustürzen drohten zum Teil gesichert und zum Teil abgetragen worden. Die Personensuche des vermissten Arbeiters läuft weiter. Dazu nehmen die Höhenretter über den Personenaufnahmekorb, des ersten aufgestellten Kran, Stück für Stück Bauschutt und auch größere Bauteile weg. Durch den zweiten Kran werden weitere Einsatzkräfte, die auf dem Trümmerfeld stehen und dort ebenfalls Bauschutt beseitigen, gesichert.

Die Identifikation des gefunden Bauarbeiters ist derzeit weiter unklar. Die Feuerwehr geht davon aus, dass die Beseitigung der Trümmer und die Personensuche bis in die Nacht andauern wird. Den ganzen Tag über wurden die Sucharbeiten fortgeführt. Dabei war es unter anderem Notwendig einen Zugang sich zum Untergeschoss zu verschaffen, um die dort liegenden Hohlräume mit einer Kamera abzusuchen. Dies ist mit technischer Unterstützung der Polizei sowie der Feuerwehr Ratingen ermöglicht worden. Alle gefundenen Hohlräume im Kellergeschoss wurden somit kontrolliert; es wurde die vermisste Person nicht gefunden. Nun, nach einer ausführlichen Lagebegutachtung -in Zusammenarbeit mit dem Bauaufsichtsamt, dem THW und weiteren Statiker- wird die Feuerwehr nun das Trümmerfeld von oben abtragen, um so Teil für Teil die Suche nach dem Vermissten fortführen. Dabei kommt auch ein 300-Tonnen-Kran zum Einsatz. Dieser Einsatz ist zum einen jetzt möglich, da alle bekannten Hohlräume nach der vermissten Person abgesucht wurden. Zum anderen besteht keine weitere Möglichkeit nun die Rettungssuche fortzuführen. Diese Maßnahme ist fordernd und in Teilen risikoreich, sodass der Einsatz weiter kontinuierlich überwacht werden muss. Die Feuerwehr Düsseldorf bleibt auch in dieser Nacht mit rund 60 Einsatzkräften vor Ort.

Update 16:45

In den Mittagstunden gelang es den Einsatzkräften, weitere Trümmerteile aus dem Einsturzgebiet zu entfernen und sich dem Suchbereich, in dem der zweite vermisste Arbeiter vermutet wird, zu nähern. Während dieser Arbeiten wurde auch der zweite vermisste Bauarbeiter im Verlauf des frühen Mittags unter den Trümmern durch die Höhenretter der Feuerwehr gefunden. Die Notärztin konnte nur noch den Tod feststellen. Eine direkte Bergung der beiden Leichname ist weiterhin nicht möglich. Um beide Verstorbenen aus den Trümmern zu bergen, müssen weitere Trümmerteile zur Seite geschafft werden.

Weiter konnte die Identität des Toten, der im Laufe des gestrigen Tages gefunden wurde, heute durch einen DNA-Test bestimmt werden. Es handelt sich um den 35-jährigen Arbeiter aus Wuppertal.

Beide betroffenen Familien der Toten werden direkt an der Einsatzstelle durch die Feuerwehr und Notfallseelsorger begleitet und über die weitere Einsatzentwicklung eng informiert.

Auch in den kommenden Stunden arbeiten die Einsatzkräfte unter Hochdruck, und stellenweise in mühevoller Handarbeit, daran, um weitere Trümmerteile aus dem Einsturzgebiet zu räumen, um so die beiden Verstorbenen zu bergen. Die Feuerwehr geht weiter davon aus, dass sich die Arbeiten bis in die Nacht hinziehen.

Update 06:15

Seit Mittwochmittag arbeiten die Einsatzkräfte an der Befreiung der beiden Verstorbenen. Dazu mussten weitere Trümmerteile aus dem Einsturzgebiet beseitigt werden. Am frühen Abend waren die Arbeiten so weit fortgeschritten, dass die Einsatzkräfte einen der beiden Verunglückten aus den Trümmern bergen konnten. Die Feuerwehr setzte die Beseitigung des Bauschuttes und der Gebäudeteil bis in den späten Abend fort, um auch den zweiten Leichnam zeitnah aus den Trümmern zu bergen. Gegen 23.30 Uhr konnten die Einsatzkräfte zwei massive Trümmerteile entfernen und so den zweiten Verstorbenen aus dem Einsturzgebiet bergen.

Im Anschluss an die Bergung der beiden Verunglückten wurden durch die Feuerwehr noch die letzten einsturzgefährdeten Bauteile entfernt. Die verbleibenden, rund 20 Feuerwehrleute nehmen noch im Laufe des Vormittags notwendige Abschluss- und Rückbaumaßnahme vor.


Abschlussmeldung 30.07.2020 - 15:15 Uhr

Die Feuerwehr Düsseldorf war über 72 Stunden mit den Rettungs- und Bergungsmaßnahmen bei einem Gebäudeeinsturz an der Luisenstraße, bei dem ein 35- und 39-jähriger Bauarbeiter tödlich verunglückt sind, im Einsatz. Nach ersten Sicherungs- und Vorbereitungsmaßnahmen, die mehrere Stunden in Anspruch nahmen, konnten sich die Rettungskräfte eine erste Zugangsmöglichkeit zu der Einsturzstelle verschaffen. Diese sorgfältige und besonne Vorbereitungsphase war aufgrund akuter Einsturzgefahr des Gebäudes zwingend geboten und stellte sich als sehr zeit- und personalintensiv heraus. So mussten für eine Bergung der beiden Verstorbenen, zunächst viele große Trümmerteile, oftmals von Hand, aus der Einsturzstelle geschafft werden. Auch als die Feuerwehrleute beide Verunglückten in dem Einsturzgebiet fanden, war eine Bergung nicht sofort möglich. Dafür mussten die Einsatzkräfte weitere Trümmerteile entfernen. An den Rettungsarbeiten waren teilweise über 70 Einsatzkräfte gleichzeitig beteiligt. Insgesamt waren über die gesamte Einsatzdauer gut 500 Rettungskräfte vor Ort beteiligt. 

Am Montagmittag, gegen 13.30 Uhr, wurde die Feuerwehr über einen Teileinsturz eines Gebäudes in der Luisenstraße informiert. Als die ersten Einsatzkräfte bereits vier Minuten nach der Alarmierung an der Einsatzstelle eintrafen, ergab eine erste Lageerkundung, dass es in einem leer stehenden Gebäude bei Bauarbeiten zu einem Teileinsturz über dreieinhalb Geschosse gekommen war und ein 39-jähriger Bauarbeiter vermisst wird. Im ersten Schritt mussten durch die Feuerwehr zeitintensive Sicherungs- und Vorbereitungsmaßnahmen vorgenommen werden, da weiterhin eine akute Einsturzgefahr bestand. Ein weiterer Bauarbeiter wurde aufgrund einer internistischen Erkrankung vorsorglich zur weiteren medizinischen Behandlung in ein Krankenhaus transportiert. Seine neun Kollegen wurden zunächst von der Feuerwehr vor Ort betreut, konnten im Weitern verlauf jedoch die Einsatzstelle unverletzt verlassen. Zur Betreuung der Betroffenen sowie der Angehörigen wurde die Feuerwehr Düsseldorf durch die Notfallseelsorge Düsseldorf sowie durch den leitenden Notfallpsychologen der Landeshauptstadt unterstützt. Bis zum Ende des Einsatzes standen den zwei betroffenen Familien der Verunglückten diese Hilfe zur Seite und die Angehörigen wurden permanent in den Einsatzverlauf eingebunden. 

Sehr komplexe und dynamische Einsatzsituation 

Frühzeitig stand fest, dass sich die Einsatzstelle sehr komplex und dynamisch darstellte. So bestand weiterhin akute Einsturzgefahr sowie Lebensgefahr im Bereich der Einsturzstelle. Aufgrund der Lage der einzelnen Trümmerteile war zunächst keine direkte Zugangsmöglichkeit gegeben. Zur Einschätzung der zunächst unklaren statischen Situation der Einsturzstelle orderte die Feuerwehr Düsseldorf bereits zu Einsatzbeginn erfahren Bauingenieure, Statiker und Spezialisten des Technischen Hilfswerks zur Einsatzstelle, die der Einsatzleitung mit ihrer Fachexpertise beratend zur Seite standen. Vorsorglich räumte die Feuerwehr in Zusammenarbeit mit der Polizei im Einsatzverlauf mehrere angrenzende Gebäude, sodass 40 Menschen ihre Wohnungen verlassen mussten. 31 Bewohner mussten durch die Landeshauptstadt in einem Ausweichquartier untergebracht werden. Die restlichen neun Bewohner kamen bei Freunden und Familien unter. Zeitgleich trennten Mitarbeiter der Netzgesellschaft Düsseldorf die gesamte Energiezufuhr des Gebäudes. Um ein weiteres Einstürzen und Herabfallen von Bauteilen und Trümmerteilen zu verhindern mussten die Einsatzkräfte sehr besonnen und umsichtig Handeln. Dies erforderte eine detailreiche Planung der nächsten Arbeitsschritte, um so mit der Vermisstensuche schnellstmöglich zu beginnen. Noch in der Planungsphase kam es zu weiteren Bewegungen von Trümmerteilen, die eine Ausweitung des Gefahrenbereiches notwendig machte. In den Abendstunden des 27. Juli meldet sich erneut ein Arbeitskollege des Vermissten bei der Feuerwehreinsatzleitung und berichtete, dass ein zweiter Arbeitskollege vermisst wird, der mit auf der Baustelle anwesend war, sodass die Feuerwehr Düsseldorf nun von zwei Verschütteten ausgehen musste. Parallel dazu ermittelte die Polizei einen eventuellen anderen Aufenthaltsort - dies blieb ergebnislos. Im weiteren Verlauf des Montagabends konnte das Fachgremium, bestehend aus Mitarbeitern der Feuerwehr, des städtischen Bauaufsichtsamtes, Fachberatern des Technischen Hilfswerk, mehrere Ingenieurbüros und Spezialisten einer Fachfirma eine erste Zugangsmöglichkeit zu dem Einsturzbereich ausfindig machen. Ziel dieser Maßnahmen war eine schnelle Bergung der Trümmerteile, um schnellstmöglich die beiden Vermissten Bauarbeiter zu lokalisieren und im Anschluss aus dem Einsturzbereich zu retten. Für eine kontinuierliche Kontrolle der statischen Gegebenheiten und einer frühzeitigen Reaktion auf Bewegungen der Gebäudestruktur wurde die Einsatzstelle durch ein Einsatzstellen-Sicherungs-System des Technischen Hilfswerks überwacht. Dieses sogenannte ESS überwacht mittels Tachymeter den Abstand und Winkel zu einem festen Objekt und löst bei Veränderungen einen Alarm aus. So können Bewegungen in den Trümmern und Gebäuderesten frühestmöglich erkannt werden. 

Kein Kontakt zu den Verschütteten 

Seit Einsatzbeginn gab es keinen direkten Kontakt zu den beiden Vermissten. Eine erste Eingrenzung des vermuteten Fundortes konnte durch Rekonstruktion des letzten Arbeitsplatzes eingegrenzt werden. Auch konnte ein Handy eines Verunglückten geortet werden. Weiterhin standen bereits am Montagnachmittag mehrere Rettungshunde vom Bundesverband Rettungshunde für eine Suche der Verunglückten Männer bereit. 

Erste Zugangsmöglichkeit geschaffen 

Die Feuerwehr Düsseldorf suchte auch in der Nacht zu Dienstag weiterhin unter Hochdruck an einer Zugangsmöglichkeit in den eingestürzten Bereich, um die weitere Ortung der Vermisste zu konkretisieren. Den Einsatzkräften gelang es, nach zeitintensiven Vorbereitungsmaßnahmen eine erste Zugangsmöglichkeit in den betroffenen Bereich zu finden. Die besonne und gründliche Vorbereitung ist aufgrund der immer noch akuten Einsturzgefährdung des Gebäudes unabdingbar. So konnte sich die Feuerwehr am frühen Dienstagmorgen einen ersten Zugang in den betroffenen Bereich - in denen die Verunglückten vermutet wurden - verschaffen, dazu musste, neben der Schaffung einer Öffnung, ebenfalls weitere Abstützarbeiten vorgenommen werden, um so zu verhindern, dass weitere Bereiche nachgaben sowie weitere Bauteile ein - bzw. abstürzten. Im Anschluss daran konnten Teile des Baugerüstes zur Seite geräumt und weitere Trümmer- und Gebäudeteile von der Einsatzstelle in mühevoller Kleinstarbeit entfernt werden. Diese Räumungsarbeiten wurden mittels des Feuerwehrkrans und einem Spezialkran unterstützt. Ebenfalls begleiten die Höhenretter der Feuerwehr - die speziell für Arbeiten im absturzgefährdeten Bereich ausgebildet sind - die Räumungs- und Sucharbeiten. Bei diesen Arbeiten wurde einer der vermissten Bauarbeiter im Verlauf des Dienstagmorgens tot unter den Trümmern gefunden. Eine direkte Bergung des Leichnams war zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht möglich, da weiter Einsturzgefahr bestand und die Einsatzleitung zum Schutz des noch weiter vermissten 35-Jährigen äußerst umsichtig vorging. Auch in dieser sehr belastenden Situation standen permanent Notfallseelsorger und der Notfallpsychologen des Gesundheitsamtes den Angehörigen der Verschütteten in der Nähe zur Einsatzstelle zur Seite und informierten die Angehörigen fortlaufend über die Rettungsarbeiten. Zu der Zeit konnte den Angehörigen nicht mitgeteilt werden, um welchen der beiden Verunglückten es sich hier handelte. 

Feuerwehr führt Menschenrettung in die zweite Nacht 

Über den ganzen Dienstag hin liefen die Rettungsarbeiten an der Einsatzstelle: Weiterhin galt ein Handwerker im Trümmerfeld als vermisst. Nachdem am frühen Dienstagmorgen einer der verschütteten Bauarbeiter tot aufgefunden wurde, bleib die Identität des tödlich verunglückten Handwerkers weiter unklar. Eine Bergung war zu diesem Zeitpunkt aus Sicherheitsgründen weiter nicht möglich. Die Feuerwehr bereitete sich auf einen weiteren Nachteinsatz vor und erwartete einen 300-Tonnen-Kran; um nun das Trümmerfeld nach und nach von oben abzutragen, um weiter nach der zweiten verschütteten Person zu suchen. Den ganzen Dienstag über wurden die Sucharbeiten fortgeführt. Dabei war es unter anderem notwendig, einen Zugang zum Untergeschoss zu schaffen: Mit vielen Baustützen wurde sich ein Weg geschaffen und ein rund einen halben Quadratmeter großen Loch geschnitten umso die dort liegenden Hohlräume mit einer Teleskopkamera und einer Minidrohne abzusuchen. Dies ist mit technischer Unterstützung der Polizei sowie der Feuerwehr Ratingen ermöglicht worden. Alle gefundenen Hohlräume im Kellergeschoss wurden kontrolliert; es wurde die vermisste Person nicht gefunden. Nun, nach einer ausführlichen Lagebegutachtung in Zusammenarbeit mit dem Bauaufsichtsamt, dem THW und weiteren Statikern hat die Feuerwehr das Trümmerfeld von oben abgetragen, um so Teil für Teil die Suche nach dem Vermissten fortführen. Dieses Vorgehen war erst jetzt möglich, da alle bekannten Hohlräume nach der vermissten Person abgesucht wurden. Zum anderen bestand keine weitere Möglichkeit, die Rettungssuche fortzuführen. Diese Maßnahme war sehr fordernd und in Teilen risikoreich. In der Nacht konnten weitere Sicherheitsmaßnahmen erfolgreich durchgeführt werden. So war es möglich, große Bauteile, die abzustürzen drohten, zusichern und zum Teil abzutragen. Die Personensuche des vermissten Arbeiters lief die gesamte Nacht über weiter. Dazu nahmen die Höhenretter über den Personenaufnahmekorb, des ersten aufgestellten Krans, Stück für Stück Bauschutt und auch größere Bauteile weg. Durch den zweiten Kran wurden weitere Einsatzkräfte, die auf dem Trümmerfeld standen und dort ebenfalls Bauschutt beseitigen, gesichert. 

Zweiter vermisster Bauarbeiter wurde tot gefunden 

Mittwoch Mittag gelang es den Einsatzkräften, weitere Trümmerteile aus dem Einsturzgebiet zu entfernen und sich dem Suchbereich, in dem der zweite vermisste Arbeiter vermutet wurde, zu nähern. Während dieser Arbeiten fanden die Höhenretter der Feuerwehr im Verlauf des frühen Mittags den zweiten vermissten Bauarbeiter. Eine Notärztin konnte nur noch den Tod feststellen. Eine direkte Bergung der beiden Leichname war weiterhin nicht möglich. Um beide Verstorbenen aus den Trümmern zu bergen, mussten weitere Trümmerteile zur Seite geschafft werden. Weiter konnte die Identität des Toten, der im Laufe des Diensttags gefunden wurde, am Mittwoch durch einen DNA-Test bestimmt werden. Es handelt sich um den 35-jährigen Arbeiter aus Wuppertal. Auch in den kommenden Stunden arbeitete die Einsatzkräfte unter Hochdruck, und stellenweise in mühevoller Handarbeit, daran, um weitere Trümmerteile aus dem Einsturzgebiet zu räumen, um so die beiden Verstorbenen zu bergen. 

Am frühen Mittwochbend waren die Arbeiten so weit fortgeschritten, dass die Einsatzkräfte einen der beiden Verunglückten aus den Trümmern bergen konnten. Die Feuerwehr setzte die Beseitigung des Bauschuttes und der Gebäudeteil bis in den späten Abend fort, um auch den zweiten Leichnam zeitnah aus den Trümmern zu bergen. Gegen 23.30 Uhr konnten die Einsatzkräfte zwei massive Trümmerteile entfernen und so den zweiten Verstorbenen aus dem Einsturzgebiet bergen. Im Anschluss an die Bergung der beiden Verunglückten wurden durch die Feuerwehr noch die letzten einsturzgefährdeten Bauteile entfernt. 

Abschießende Arbeiten 

Am Donnerstagmorgen wurde die Feuerwehr Düsseldorf die letzten Rückbaumaßnahmen und abschließenden Arbeiten vorgenommen und die Einsatzstelle zur Ermittlung der Unfallursache an die Kriminalpolizei, die über den gesamten Einsatzverlauf zusammen mit der Staatsanwaltschaft über den Stand der Rettungs- und Bergungsarbeiten fortlaufend informiert wurde. 

Die Feuerwehr Düsseldorf war insgesamt über drei Tage an der Einsturzstelle tätig und stellenweise mit über 70 Einsatzkräften von allen Feuer- und Rettungswachen der Feuerwehr Düsseldorf, unterstützt durch Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr, des Technischen Hilfswerk, dem städtischen Bauaufsichtsamt, Bauingenieure und Statikern mehrere Ingenieurbüros und Fachleuten eines Spezialunternehmen sowie der Düsseldorfer Notfallseelsorge und der leitenden Notfallpsychologe der Stadt Düsseldorf. Weiter gab es eine gute Zusammenarbeit mit der Notfallseelsorge, des Notfallpsychologen des Gesundheitsamtes, der Netzgesellschaft sowie der Polizei. Für die gesamte Einsatzdauer kam rund um die Luisenstraße zu einer erheblichen Einschränkung des Straßenverkehrs.

Feuerwehr Düsseldorf

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